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Eine leerstehende, abgenutzte Bürofläche sollte in eine Schauwohnung/ einen Schauraum umgestaltet werden. Die bestehende Fläche wurde seit den 1960er Jahren als Bürostruktur in Anspruch genommen. Im 4. Stock des zehngeschossigen Stahlbetonskelettbaus gelegen, befindet sich die Fläche schon hoch genug, sodass man einen großartigen Lichteinfall erhält, was sich besonders an den Tagesrandzeiten bemerkbar macht: Sonnenaufgänge wie auch Sonnenuntergänge zaubern spektakuläres Licht in die Räume.

Die bestehende Struktur und technische Ausrüstung waren völlig veraltet und wurden gesamtheitlich neu aufgesetzt, abgehängte Decken wurden entfernt, Wände vollständig verändert. Das Resultat ist eine modern urbane Citywohnung auf knappen 95m2 – aufgeteilt auf einem großen Lebensraum, 2 Zimmern, Bad, WC und Technikraum. Die bestehenden Fensterfronten durften nicht verändert werden, sind aber Teil des Konzeptes, nämlich so viel Licht wie möglich in den Raum zu bringen. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für optimale Luftqualität auch bei geschlossenen Fenstern. Das zentrale Küchenelement dient als Trennung des Wohnbereiches vom Essbereich. Hier bewirtet man Kunden und Gäste, es wird kommuniziert, gemeinsam gekocht, ein Glas Wein getrunken. Wohnen wird erlebbar gemacht.

Die grobe Stahlbetonrippendecke wurde freigelegt und weiß gestrichen, um dem Raum mehr Höhe zu geben, was durch das Lichtkonzept mit zur Decke gerichteten Strahlern akzentuiert wird. Der dunkle Eichenboden schafft einen gelungenen Kontrast zu den sehr hell gestalteten Räumen. In den smart positionierten Podest-Bereichen verstecken sich alle technischen Elemente, wie z.B. die Zuluft-Öffnungen der Wohnraumlüftung. Flächenbündige Türelemente in den Wänden mit gekalkter Ziegeloptik zeigen im Detail die Besonderheit des Raumes. Die zentralen Wandelemente wurden bewusst nicht bis zur Decke gezogen, sondern sind durch ein Glaselement davon getrennt, um die Durchgängigkeit der Konstruktion sichtbar zu lassen.

Der Großteil der Möbel wurde von Wolfgang Pichler designt. Im Rahmen dieses Projektes konnte er seinen holistischen Zugang im Bereich Bautechnik, Architektur und Möbeldesign umsetzen und gekonnt mit Designklassikern verbinden. So finden sich skandinavische Klassiker im Konzept genauso wieder wie Stücke, die er im Laufe seiner Laufbahn gesammelt sowie Möbel, die er für das von ihm gegründete Unternehmen VITEO entwickelt hat. Das Projekt veranschaulicht den Mehrwert eines architektonischen gesamtheitlichen Ansatzes.